Inselratgeber

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Es gibt ganz naheliegende Gründe für Mallorca:

DAS WETTER: Man hat hier ganzjährig mildes Klima….

DIE FLÜGE: Im Vergleich haben die Flieger nach Mallorca immer noch moderate Preise

DIE MALLORQUINER: Die Bevölkerung ist ausserordentlich gastfreundlich.

INFRASTRUKTUR: Gute Infrastruktur und ärztliche Versorgung

SEHENSWÜRDIGKEITEN

LEBENSQUALITÄT

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PALMA

Dank Palma hat man auf Mallorca Weltstadtflair und es besteht wenig Gefahr für einen „Inselkoller“. Sind Sie unternehmungslustig? Dann nutzen Sie doch Ihren Urlaub, um die Hauptstadt Mallorcas, Palma de Mallorca, anzuschauen.

Am eindrucksvollsten ist die heutige, auf den Resten einer maurischen Moschee ab 1230 erbaute, direkt am Hafen liegende Kathedrale La Seu(„die Seine“). Sie zählt sicher zu den schönsten „gotischen“ Kirchen in ganz Europa. Die Fenster sind wunderschön. Tipp für Frühaufsteher:  am Besten wirken sie, wenn man das Licht der ersten Sonnenstrahlen am Morgen durch sie hindurch betrachtet. Das Hauptportal ist wegen dem Wind zugemauert. Wenn der Haupteingang aber auch noch zu ist, kommt man über einen Gang von der Bibliothek in die Kathedrale und kann die Stille geniessen, bevor die Touristenmassen kommen.

Gegenüber der Kathedrale liegt der Almudaina-Palast (Palau de l'Almudaina), der heute Amtssitz des Königs bei offiziellen Anlässen ist. Ein Stückchen weiter, ebenfalls am Hafen, liegt die auch aus gotischer Zeit stammende Handelsbörse La Llotja mit den typischen Kreuzgewölben.

Hinter der Handelsbörse findet man ein uriges Altstadtviertel, welches fast vollständig verkehrsberuhigt ist. Vor allem in der Calle Apuntadors finden sich zahlreiche – oft allerdings sehr touristische – kleine Lokale und abends ist der Teufel los. Angenehm hebt sich das schon legendäre Abaco hervor. Auch wenn es in fast jedem Reiseführer steht: Unbedingt einen Cocktail drinnen trinken gehen! Trotz gehobener Preise ist der Drink sein Geld wert, denn diese Bar / Restauration ist mit Hunderten von Blumenbouquets und Früchten dekoriert. Einen Platz zu ergattern ist manchmal schwierig. (Wem es hier zu viel Rummel ist, denn auch die andren Touristen gucken ja dauernd rein, der geht ins Schwesterlokal vom Abaco, dem außerhalb gelegenen Abacanto. Diese alte Villa verfügt über eine romantische Dachterrasse, auf der man bei spärlicher Beleuchtung sitzt.)

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DER WESTTEIL DER INSEL

Schön ist  eine Rundfahrt durch den Westteil der Insel.  Als erstes stoppen Sie im Edelyachthafen Puerto Portals, wo vor allem eine erstklassische Cuisine lockt. Hochpreisig, aber der „Eintritt ins Kino“ ist ja gleich mit dabei, wenn La Schiffer und die, die so sein wollen, hierpromenieren. Hohe Silikonrate.

Im "Tristán", direkt am Pier gelegen, kann man einige Prominente tatsächlich gelegentlich treffen. Weiter geht es auf der Hauptstraße nach Port d'Andratx (gesprochen: Andratsch), einem Naturhafen, und "dem" angesagten Edelort der Insel - allerdings ohne Strand und es gibt doch wahrlich schönere Flecken, als die mit sündteuren Wohnungen zugepflasterten Felsen! Hier höchstens einen Kaffee im „Cappuccino“ einnehmen, denn die Touri-Fallen sind weit verbreitet. Im Cappuccino von Port d´Andratx, (eine Café-Kette auf Mallorca) sitzt man in Liegestühlen nebeneinander in erster Reihe mit Blick auf den Hafen, zum piepen!

Sehen und gesehen werden. Sie können sich natürlich auch einen Sombrero aufsetzen,am Pier entlangspazieren, dabei bei jedem vierten Schritt hochhüpfen und „Hola“ rufen, dann sind Sie morgen garantiert im Inselradio auf 95.8 zu hören...

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DIE NORDKÜSTE

Von Palma aus kommend Richtung Norden erreichen Sie ein Wahrzeichen der Insel: das Städtchen Valdemossa, welches sich um das ehemalige Kartäuserkloster und die Pfarrkirche gruppiert. Bekanntheit erreichte der Ort vor allem durch die Romanze zwischen der Schriftstellerin George Sand und dem Komponisten Frédéric Chopin, die hier einen Winter verbrachten (Was die Düsterkeit im Schreibstil der George Sand ein wenig erklärt. Wären sie in der Inselmitte geblieben, wären sie vielleicht heute noch am Leben☺).

Das auf einem islamischen Alkazar erbaute Kloster und dessen Garten ist ein absolutes "Besichtigungs-Muß". Schauen Sie sich auch noch die Ober- und Unterstadt an mit ihren verschachtelten Sträßchen. Allerdings ist ein Ausflug nach Valldemossa zur Hauptsaison bedingt empfehlenswert. Schon Ende Mai herrscht viel Betrieb, vor allem auch von Bustouristen. Da ist es gut, sich viel weiter in das Geflecht der kleinen Strassen zu schrauben und nicht die offensichtlichsten Plätze aufzusuchen.

Sehr schön als Einstieg in den Mallorcaurlaub ist ein Besuch des von dem US Schauspieler Michael Douglas gegründeten Kulturzentrums Costa Nord. Hier sieht man einen interessanten und sehenswerten Film über Mallorca und besichtigt einen Nachbau der Kabine der legendären Yacht „Nixe“ des Erzherzogs Ludwig  Salvator. Ja es ist touristisch, aber es ist absolut sehenswert.

Am nächsten Tag steht  die Erkundung der äußersten nördlichen Spitze Mallorcas auf dem Programm. Über die Landstrasse geht es nach Inca, von dort weiter über die Hauptstraße nach Pollença und von dort zur Halbinsel Formentor. Gut 20 km lang ist die Straße durch die Halbinsel bis zum spektakulärem Kap. Ein erstes Highlight ist aber bereits schnell erreicht: der Mirador es Colomer. Auf mehreren Ausichtsplattformen kann man über das Meer aber auch auf die 200 m tiefer liegende Steilküste schauen. Hier eröffnen sich unvergleichliche Ausblicke und man sollte unbedingt versuchen, einen Parkplatz für den Wagen zu ergattern, um sich diese Attraktion nicht entgehen zu lassen.

Nach der vielen Kurverei ist dann endlich auch der 1862 erbaute Leuchturm am Cap de Formentor erreicht. Bei klarem Wetter kann man von hier bis Menorca blicken!

Auf dem Rückweg vom Cap legen Sie doch noch einen Stop in der alten Römerstadt Alcúdia ein. Die Mauren errichteten ihre "Stadt auf dem Hügel" (Al-Kudia = der Hügel) praktischerweise neben der Römersiedlung und die hervorragend restaurierten Stadtmauern zählen heute zu den Wahrzeichen der Stadt. Ausgesprochen sehenswert ist auch die Altstadt mit Stadtkirche, Casa Consistorial, dem Rathaus, sowie zahlreichen Geschäften und Cafés. Vielleicht bleibt auch noch Zeit, die römischen Ausgrabungen in Pollentia zu besichtigen.

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JARDINES DES ALFABIA UND SA CALOBRA

Sehr sehenswert sind auch die traumhaften Jardines des Alfabia nördlich von Palma in der Nähe von Sóller gelegen. Diese noch auf maurische Zeit zurückgehenden Gärten mit Laubengängen, Springbrunnen, Dattelpalmen und zahlreichen anderen Pflanzen werden mit Wasser gespeist, welches aus den dahinterliegenden Bergen stammt.

Im östlichen Teil der Insel wäre ein solch künstlich angelegtes Paradies undenkbar! Weiter fahren Sie nach Norden zur Küste, um dann von der Hauptstraße abzubiegen. Von dort beginnt sicherlich eine der verrücktesten Straßen der Welt, die Straße nach sa Calobra an die Küste.

Sa Calobra war bis 1932 ein verschlafenes Fischernest, welches aus 9 Häusern bestand, bis irgendjemand auf die Idee kam, dorthin eine Straße zu bauen. Die Straßenführung ist absolut irrwitzig, ängstliche Beifahrer besser zu Hause lassen!!! Sie schlängelt sich in atemberaubenden, z.T. 300-Grad-Kurven, die auf 4 km 800 m Gefälle haben, durch eine bizarre Karstlandschaft.

Manchmal verengt sich die Straße auf 2 m und wenn einem dann einer vielen Touristenbusse begegnet, heißt es am Hang rangieren.  Wie gesagt, für alle Fälle Augenbinden mitnehmen. Endlich unten angekommen, fragt man sich, warum man diese Fahrt auf sich genommen hat, denn das Kaff ist nur auf Massentourismus eingestellt, dessen Touristen durch die schon erwähnten zahlreichen Busse hierher gekarrt werden. Aber die Strasse ist toll! Auch eher was für die Nabensaison...

Für Naturliebhaber wirklich sehenswert ist allerdings der durch einen Fußgängertunnel von der "Kurpromenade" erreichbare Torrent de Pareis. Zwei aus den Bergen kommende Flüsse - "Torrents" - haben hier die zweitgrößte Erosionsschlucht des Mittelmeerraumes gebildet und der Gang durch diesen Canyon ist atemberaubend!

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DER SÜDOSTEN

Nachdem Sie den Norden hinter sich haben, können Sie nunmehr den Südosten der Insel erkunden und stellen dabei fest, daß er sich elementar von der schroffen Westküste unterscheidet. Diese Zentralebene ist hauptsächlich landwirtschaftlich genutzt und beheimatet u.a. große Weinanbaugebiete.

Machen Sie sich entlang der landschaftlich schönen Küstenstraße auf nach Cala Pi, einer schönen Bucht an der Südküste. Diese Bucht schneidet sich wie ein Fjord in die Küste und das Wasser strahlt azurblau! Phantastisch auch der Blick vom 1659 erbauten Wachturm über die Steilküste hinweg. Ganz in der Nähe von Cala Pi findet sich auch die am besten erhaltene Talajot-Siedlung aus der Bronzezeit. Talajots waren von den Ureinwohnern Mallorcas errichtete Türme aus Steinquadern, die ohne Mörtel erstellt wurden.

Über eine Straße durch den trockenen Süden erreichen Sie dann eine weitere Attraktion Mallorcas, Cala Figuera. Die Bucht von Cala Figuera ist ähnlich fjordartig wie von Cala Pi, insgesamt aber größer, wie auch der gesamte Ort. Hier ist in der Pizzeria eine tolle Eisdiele mit Blick auf Cala Figuera. Trotz touristischer Einrichtungen macht alles einen verschlafenen, romantischen Eindruck und ist sehr sehr relaxed.

Einen ganz anderen Charakter hat der weiter nödlich gelegene Ort Portocolom. Die Einwohner hier sind felsenfest davon überzeugt, daß Christoph Kolumbus nicht aus Genua, sondern aus ihrem Städtchen stammt und so haben sie ihren Hafen nach dem Entdecker benannt. Der Hafen besteht aus einer natürlichen Bucht, die sich an einer schmalen Stelle hin zum Meer öffnet. Er ist an einigen Stellen so ruhig wie ein Binnensee und beherbergt gleichermaßen Fischerboote als auch Yachten.

Ich möchte behaupten, das Porto Colom das untouristischste Küstenstädtchen der Insel ist und es gibt mehrere sehr empfehlenswerte Lokale: Das Florians für den Snack mittags, das Colom für das Feine Abendessen, das HPC und neu: Mit Dachterasse und Blick auf den Hafen, lecker, schick und nett: Das Sa Llotja.